VESPAGESCHICHTE

1884:
Mit 20 Jahren gründete Rinaldo Piaggio (1864-1938) 1884 die gleichnamige Firma in Genua.
Zunächst spezialisierte sich das Unternehmen auf die Ausstattung von luxuriösen Schiffen. Doch schon zum Ende des Gründungsjahrhunderts produzierte Piaggio bereits Eisenbahnwagons, Lieferwagen, Luxusbusse und Motoren sowie Straßenbahnen und spezielle LKW-Aufbauten.
1943:
Während des Krieges wurde das Werk Pontedera komplett vernichtet, und nach dem Krieg beschloss Rinaldos Sohn, Enrico Piaggio, der inzwischen mit seinem Bruder Armando Piaggio die Leitung des Unternehmens übernommen hatte, sich vom Flugzeugbau abzuwenden.
Er beobachtete, dass Italien ein Bedürfnis an Transportmitteln hatte, da die Mobilität bedingt durch die Zerstörungen und dem Wiederaufbau Italiens etwas ins Stocken gekommen war. So entwickelte sich die Idee eines Motorrollers.
Als Ergebnis kam 1946 die erste Vespa unter dem Namen „Paperino" (in italien Donald Duck) auf den Markt, hatte 98 ccm und war max. 60 km/h schnell. Der Ingeneur Corradino D´Ascanio war der Erfinder, dessen Traum es eingentlich war Hubschrauber zu bauen. im Auftrag von Enrico Piaggio erfand er das Konzept der Vespa kurz nach Kriegsende. Als ehemaliger Konstrukteur von Kriegsflugzeugen wollte er über die Produktion von Töpfen und Pfannen mit den vorhandenen Werkzeugen hinaus. Ab 1947 wurde die "Paperino" bereits in die Schweiz exportiert.
Die 98er Ur-Vespa sollte einfach, sparsam und leicht fahrbar sein - und vor allem mit den vorhandenen Produktionsanlagen zu bauen sein. Weil Corradino nie zuvor Motorräder konstruiert hatte, ging er völlig unvoreingenommen an diese Aufgabe heran. Der Antrieb und die Kraftübertragung sollten so einfach wie möglich sein und so entschied er sich für den Direktantrieb. Auch sollte die Vespa keine Motorenteile haben, an denen man sich schmutzig machen konnte. Daher war der Motor komplett verdeckt untergebracht. Der Reifenwechsel sollte so einfach wie bei einem Auto sein. Von April bis Dezember 1946 wurden 2484 Stück gebaut, und 1947 bereits 10535 Stück.
1948 wurde die Vespa, erstmals mit einem 125 ccm Motor ausgerüstet und man erreichte damit auch schon ein recht beachtliches Tempo. Man konnte damit vieles transportieren, oft sogar die Freundin im "Damensitz" auf dem Soziussattel, da man damals ja noch Röcke trug. In den Fünfzigerjahren gehört die Vespa bereits zu Italien wie Pizza und Spaghetti, und bald eroberte sie auch den Rest von Europa. Ein Vertragshändlernetz wurde aufgebaut, und auch das Geschäft mit Zubehör und Anbauteilen florierte und der erste Vespa Club wird bereits 1948 gegründet.
Außerdem startet die Produktion des APE.
1949 baut Piaggio 45.000 Vespas, von denen 2.500 in den Export gehen. In diesem Jahr stellt Piaggio auch zum ersten Mal auf der Frankurter Frühjahrsmesse aus. Hier bietet man DKW auch den Lizenzbau an, jedoch ohne Erfolg. In Italien schließen sich 30 Vespa Clubs zur Unione Vespisti d'Italia zusammen, daraus wird später der Vespa Club d'Italia.
1951:
Piaggio stellt von der Gestängeschaltung auf Bowdenzüge um, und die erste Vesparally mit ca. 500 Teilnehmern findet im Genua statt. Produktionszahl 1951: 20.000 Stk.
1953:
Mit rund 6000 Mitarbeitern, produziert Piaggio etwa 10.000 Vespas pro Monat, und die 500.000 Stk. Marke wurde erreicht. Nach einer technischen Überarbeitung kommt die Vespa 53 und die 53U auf den Markt.
Jakob Oswald Hoffmann schloss 1949 mit Piaggio einen Lizenzvertrag ab und baute ab dem Frühjahr 1950 Vespas für den deutschen Markt. Zwischen 1950 und 1953 baute er das Modell HA und lediglich im Jahr 1953 das Modell HB.
1954:
Hoffmann entwickelte ohne Genehmigung vin Piaggio die Vespa weiter und brachte die Königin auf den Markt, worauf Piaggio sofort und fristlos die Verträge mit Koffmann kündigte, und aufgrund einer Patentrechtverletzung gegenüber BMW und einer darauffolgenden erfolgreichen Klage musste Hoffmann Konkurs anmelden. Die Vespa-Produktion wurde in den Messerschmittwerken in Augsburg fortgesetzt. Piaggio bringt zur 125er noch die 150er in der GS Version (100 Km/h Spitze) auf den Markt, und in San Remo findet die erste Eurovespa statt. (625 Teilnehmer)
1956:
Die 1.000.000 ste Vespa wird produziert, und in 9 verschiedenen Ländern wird die Vespa bereits gebaut, und zur Euro-Vespa in München kommen 1.800 Vespafahrer aus aller Welt.
1957:
Der Vespa Club von Europa 100.000 Mitglieder und Piaggio baut nach Ausscheiden von Messerschmitt noch über 55.000 Vespas in Augsburg. In Italien wird die GL gebaut und als Sprint bis 1974 weitergeführt.
Bis 1960 wurden ingesamt 2.000.000 Vespas gebaut.
1961:
Auf 74 Einwohner in Italien kommt eine Vespa und der Roller zählt zu den 100 besten Industrieprodukten der Welt.
1963:
Die erste 50 ccm Vespa kommt auf den Markt und wurde speziell für die Jugend entwickelt. Dies war das letzte von d`Ascanio konzipierte Modell, welches von Anfang an sehr Erfolgreich war, und bis 1964 wurden 7 verschiedene Modelle von 50-160 ccm angeboten.
1964:
Ab hier übernahm der eingeheiratete Umberto Agnelli der Bruder vom Fiat Chef Giovanni, die Leitung der Firma und beteiligte sich auch finanziell am Unternehmen.
1967-1969:
Die erste Primavera wird gebaut, und Piaggio übernimmt die Motorradmarke Gilera.


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